Verfasst von: regenbogenkaktus | 9. Februar 2012

Frage:

Wenn es über mehrere Tage und Nächte hinweg draussen einige Grad unter Null hat, wie warm/kalt kann es dann wohl in einer ungeheizten Erdgeschoßwohnung sein, die noch dazu nur an  einer Seite an eine andere (möglicherweise geheizte) Wohnung grenzt?
Antwort: Definitiv zu kalt!!!
Das hielt mich/uns allerdings nicht davon ab mit Pullover und Jacke, zwei paar Socken und äußerst klammen Fingerchen zu werken, zu spachteln, zu schleifen und zu malen. Das Ergebnis: Schnupfen, ein steifer Rücken, und das Gefühl, dass mir nie mehr warm werden wird. Aber auch endlich Farbe an den Schlafzimmerwänden, die mir vorgaukelt, mich in einer riesigen Kugel Pistazieneis zu befinden. Und ab heute nachmittag dann hoffentlich auch eine funktionierende Heizung (fingers crossed!).
Und überhaupt: Wie kalt muss es in den letzten Tagen gewesen sein, dass ich -4°C schon wieder als relativ angenehm empfinde?

Advertisements
Verfasst von: regenbogenkaktus | 3. Februar 2012

Heute…

… würde ich mir wünschen mit einem guten Buch in einer Badewanne zu versinken, mich danach unter die Decke zu stecken, und nicht mehr aufzustehen. Tatsächlich werde ich gleich nachdem ich diesen Eintrag verfasst habe, schnell unter die Dusche hüpfen, mich anziehen und mich auf den Weg in die Arbeit machen.

Aber von vorne: Gestern wollte ich eigentlich mein Schlafzimmer streichen. Eigentlich. Dieses Wort sagt wohl schon alles. Während ich noch Badrenovierungsvorschläge mit meinem persönlichen Berater diskutiert habe, hat der G. schon mal angefangen fröhlich pfeifend die orange gestrichene Decke weiß zu übermalen. Als er ungefähr bei der Hälfte war, höre ich ein schockiertes „Nein!“ und sehe in ein verzweifeltes Gesicht. Die Decke war nämlich tapeziert, und die Tapete begann gerade schön langsam, sich zu lösen.
Okay, Renovierungsprofis und erfahrene Häuslbauer dürfen mich jetzt gerne auslachen, aber muss ich damit rechnen, dass jemand die Decke tapeziert und dann komplett unpassend zum restlichen Schlafzimmer anmalt? Muss ich scheinbar. Ich sollte ja schon an solche Überraschungen gewohnt sein.
Also hieß es erstmal wieder Tapete kratzen. So kann man auch einen Nachmittag verstreichen lassen. (Haha, verstreichen, welch unglückliches Wortspiel…)
Aber heute, heute wollte ich unbedingt mein Schlafzimmer streichen. Eigentlich. Seufz.
Ich hatte ja beim runterkratzen der alten Tapete entdeckt, dass eine von vier Wänden witzigerweiße aus Gipskarton bestand, wahrscheinlich eine zusätzliche Dämmung, die man irgendwann eingebaut hatte. Irgendwann hatte ich die großartige  Idee, dass man diese Wand  doch EINFACH nur SCHNELL mit einer überstreichbaren Tapete bekleben müsste und dann EINFACH drüberpinseln könnte, also hab ich Kleister und zwei Rollen Renovierflies besorgt. In einem Anflug von Größenwahn hab ich mir heute dann tatsächlich eingebildet, ich könnte eben dieses Renovierflies doch bestimmt auch alleine aufkleben. Ich, die es nicht einmal schafft ein Foto halbwegs gerade in ein Album zu kleben. Dementsprechend sieht die Wand jetzt auch aus, und nicht zum ersten Mal drängte sich mir die Frage auf: Weitermachen oder sprengen?
Gut, ich habe beschlossen, mit der Wand zu leben und zu den letzten, verzweifelten Mittel zu greifen.Möbel und Bilder. Viele Bilder.
Aber morgen, morgen mal ich dann endlich mein Schlafzimmer aus! Bestimmt!
Und hier die Geschichte noch mal in Bildern:

So sah das Schlafzimmer ursprünglich aus

Und so, nachdem die erste Schicht Tapete herunten war…

Noch lächle ich. Im Hintergrund die ominöse Wand…

Und wieder wird fleissig gekratzt

Mittlerweile frage ich mich ja, ob ich nicht vielleicht doch mit der alten Tapete hätte leben können. Aber nein, renovieren ist ja lustig, das mach ich ja gern!

Verfasst von: regenbogenkaktus | 27. Januar 2012

Es geht voran…

… in der neuen Wohnung. Langsam, aber sicher!
Ich hab die Wohnung ja „gekauft, wie gesehen“, und das heißt, dass ausser einer sehr alten, sehr grünen Couch

und einer sehr dunklen, sehr großen Wohnwand

  
auch noch ein Doppelbett drin war, über das sich die Caritas gefreut hat, sowie ein Fernseher, eine Waschmaschine und ein Geschirrspüler. 
Heute hatte ich fleissige Helfer mit einem großen Auto, und so haben wir endlich die Altmöbel entsorgt – wie riesig mein Wohnzimmer plötzlich ist, unfassbar. Das Entsorgen hat insgesamt nicht ganz dreißig Euro gekostet. Wenn die hinterlassenen Elektrogeräte funktionieren, so wie es mir zugesagt wurde, dann finde ich, hab ich im Endeffekt einen ganz guten Tausch gemacht. Nächste Woche, wenn die Heizungsmänner mit ihrer Arbeit fertig sind, werde ich endlich auch mal beginnen, das Schlafzimmer neu auszumalen. Das ist Arbeit, die wenigstens auch zu einem gewissen Teil wieder Spass macht!
Verfasst von: regenbogenkaktus | 5. Januar 2012

Ich hab ihn!

Den Schlüssel zu meiner neuen Wohnung!
In den nächsten Wochen wird also viel gestemmt, gemalt, gebastelt, geschleift, eingepackt und wieder ausgepackt, gehämmert, gebohrt, gefliest,…. hach!
Ich platze geradezu vor Ideen und Wünschen, mein Standardsatz im Moment ist folgender: „Also, wenn am Ende von den ganzen Renovierungsarbeiten noch Geld am Konto ist, dann kaufe ich mir das und das!“ (Wird wohl nicht so weit kommen, aber man darf ja wohl noch träumen!)
Fotos gibts, wenn alles so ist, wie ich es haben möchte – und das kann noch eine Weile dauern!

Verfasst von: regenbogenkaktus | 7. Oktober 2011

Home sweet home

Bereits seit einer Woche bin ich wieder zurück in Graz, und schon haben mich Arbeits- und Uniwahnsinnalltag fest im Griff. Nach einer wirklich herrlich sonnigen und ungewöhnlich warmen Woche zeigt der Oktober jetzt, dass er auch anders kann und beschert uns feucht-kaltes Wetter.

Was ich heute gelernt habe: Wenn man im Regen mit dem Rennrad fährt, schaufelt einem das Hinterrad kontinuierlich Wasser in die Hose, die durch die vorgebeugte Haltung klarerweise etwas vom Körper wegsteht. Das bleibt durch den allgemeinen Nässezustand allerdings so lange unbemerkt, bis  man vom Rad absteigt, eine halbwegs gerade Körperhaltung einnimmt,  und sich eben diese Wassermenge gleichmäßig  in der Hose über den ganzen Hintern verteilt.
War das heute vielleicht eine angenehme Spanischstunde! 😦

Wenn ich diesen Herbst und Winter genauso unabhängig und kostengünstig unterwegs sein möchte wie letzten, ist es wohl an der  Zeit, meine Handschuhe zu suchen, mein Winterrad aus der Werkstatt zu holen und mir eine Regenhose für meine täglichen Wege zuzulegen.

Verfasst von: regenbogenkaktus | 21. September 2011

Romkocsma

Bisher war ich des nächtens ja meistens ganz brav zuhause und hab vom Soproner Nachtleben nicht allzu viel mitbekommen.

In den letzten Tagen hatte ich aber Besuch vom G. und hab mit ihm gemeinsam ein paar Lokale der Stadt erkundet. Eins davon ist das „Gázfröccs“, ein „romkocsma“ (zu deutsch: Ruinenkneipe) nur ein paar Schritte von meinem Zuhause entfernt.
Und so ein „romkocsma“ ist scheinbar etwas so typisch ungarisches, dass wir sogar auf der Uni im Unterricht davon gelernt haben. (Ja, das fällt unter Kulturkunde)
Eine Standardeinrichtung gibt es hier nicht, ganz im Gegenteil, in irgendwelchen Räumlichkeiten (bzw. in Budapest sogar in irgendwelchen Hinterhöfen)  wird einfach alles an Mobiliar zusammengetragen, was man eben so finden kann. Kein Stück passt hier wirklich zum anderen und der Großteil der Möbel hat die besten Zeiten auch schon hinter sich.
Das „Gázfröccs“ wirkt auch nicht wirklich wie ein Lokal, so wie wir es kennen, sondern vermittelt einem eher den Eindruck, sich in einer großen Wohnung auf einer Privatfeier zu befinden.
Und obwohl ich an der Bar noch ganz souverän auf ungarisch bestellt habe, hab ich fünf Minuten später schon wieder die Touristin raushängen lassen, die alles fotografiert hat. Hier bitteschön, macht euch selber ein Bild davon. 
Den Eingangsbereich finde ich persönlich schon mal ziemlich ansprechend 🙂

Die folgenden Bilder sind nicht etwa verkehrt rum; es handelt sich hier um eine sehr detailreiche Deckenverzierung.

 Der G. findet mich und meine Kamera auch nur ein ganz kleines bisschen peinlich. (Zitat: „Du bist süß, aber bitte schalt den Blitz aus…) 🙂
Verfasst von: regenbogenkaktus | 17. September 2011

Hmmm….

Ich muss irgendwie ziemlich ungarisch aussehen. Oder einfach nur verdammt kompetent wirken.
Wie könnte es sonst wohl sein, dass nun schon zum zweiten Mal, während ich ganz harmlos spazieren gehe,  ein Auto mit quietschenden Reifen hält und der Beifahrer aufgeregt winkend ausgerechnet auf mich zukommt, um mich nach dem Weg zu fragen. 
Nunja, wieder was draus gelernt. Ich kann jetzt auf Ungarisch sagen: „Es tut mir sehr leid, ich weiß es nicht, ich bin nicht von hier!“ Mal sehen, wann ich diesen Satz das nächste Mal gebrauchen kann.

Verfasst von: regenbogenkaktus | 14. September 2011

So far…..

Über eine Woche bin ich nun schon hier in Ungarn, höchste Zeit für einen Zwischenbericht.
Ich arbeite hier in einem Büro mit insgesamt fünf anderen Mädls, die alle total nett zu mir sind, und sich in jeder Hinsicht bemühen, mir die ungarische Sprache näher zu bringen, was wahrscheinlich gar nicht so einfach ist. Allerdings habe ich manchmal das Gefühl, sie trauen sich nicht so recht, mich mit irgendwelchen niederen Aufgaben zu betrauen, naja, und für die höheren bin ich mangels ausreichender Sprachkenntnis nun wirklich nicht geschaffen. Darum ist das Wort „arbeiten“ vielleicht auch etwas hoch gegriffen. Ich gehe jeden Tag hin, unterhalte mich ein bisschen mit meinen Kolleginnen, lerne Vokabeln und wiederhole Grammatik und werde ab und zu gebeten, irgendeine Kleinigkeit zu erledigen, aber nur, falls ich kein Problem damit habe, und nur, falls ich im Moment wirklich nichts besseres zu tun habe (was selten der Fall ist).
Möglicherweise bin ich die einzige Praktikantin der Welt, die nicht nur nicht Kaffee kochen muss, sondern ihn auch noch serviert bekommt. 😉 
Mein Ungarisch lässt nach wie vor zu wünschen übrig. Es ist mir ein Rätsel, wie ich mittlerweile schriftlich so ziemlich alles erfassen kann, was ich lese, bzw. alles schreiben kann, was ich gern mitteilen möchte, aber immer noch starr vor Schreck wie das Kaninchen vor der Schlange sitze, wenn mich irgendjemand anspricht und dann vielleicht auch noch eine spontane Antwort von mir erwartet. Das mit der Spontanität ist nämlich auch so eine Sache. Im Kopf kann ich bereits perfekte, ausgeklügelte Sätze formulieren, die mich hin und wieder selbst überraschen, aber kaum mach ich den Mund auf, stolpert meine Zunge über sämtliche „tsch“ und „sch“ Laute (von denen es in der ungarischen Sprache ja genügend gibt) und ich gebe nur mehr unverständlichen Kauderwelsch von mir. Umgekehrt genauso. Letztens habe ich mir ein Buch gekauft und wurde von der Verkäuferin an der Kasse irgendetwas gefragt. Nur keine Blöße zeigen, und sicherheitshalber einfach mal mit „nem“, also „nein“ antworten, da hab ich immerhin noch eine 50/50 Chance, dass ich nicht ganz daneben liege. Während sie mein Buch eingepackt hat und das Wechselgeld herausgezählt hat, bin ich im Kopf noch mal den ganzen Satz Wort für Wort durchgegangen und drauf gekommen: Sie wollte bloß wissen, ob ich eine Stammkundenkarte habe. Hab ich nicht, also diesmal Glück gehabt und sogar richtig geantwortet. So ist das nämlich. Ich verstehe, und ich verstehe sogar schon ziemlich viel. Ich verstehe nur viel langsamer. Und nachdem ich ja selbst keine Geduld mit mir habe, erwarte ich sie auch nicht von anderen. Seufz.
Achja, und letztens hätte ich einem Kellner fast 5000 Forint (also ca. 18€) Trinkgeld gegeben, weil ich die Zahlen hundert und tausend verwechselt hab. Gott sei Dank hat er mich hartnäckig drauf hingewiesen, dass das jetzt aber gar keine so gute Idee sei.
Dennoch merke ich, dass ich jeden Tag (wenn auch nur ein kleines bisschen) besser werde. Letzte Woche habe ich mir sogar Nerd-Fachvokabular angeeignet, in dem ich Star Wars – Episode III in der ungarischen Synchronfassung angesehen hab. War das vielleicht ein Spaß! Ich kenn jetzt die richtigen Ausdrücke für „die dunkle Seite“ und „der Auserwählte“, und  mir ist aufgefallen, dass Yoda mester (also Master Yoda) im ungarischen, anders als im deutschen oder englischen keine verdrehten Sätze von sich gibt. Und falls doch, dann hab ich es einfach nicht bemerkt. (Sollte meine Lehrerin, die ein ganzes Semester lang versucht hat, mir die korrekte ungarische Wortstellung näher zu bringen, zufällig diese Zeilen lesen: Grämen Sie sich nicht, es ist noch nicht alle Hoffnung verloren!)
Fortsetzung folgt…..demnächst!
Verfasst von: regenbogenkaktus | 4. September 2011

Ich bin dann mal wieder weg

Gestern  abend pünktlich in Sopron angekommen und heute festgestellt: Sonntag ist ein blöder Tag, um die Stadt zu erkunden. Verständlicherweise hat fast alles geschlossen, selbst die Tourismusinfo, mein Reiseführer gibt nicht allzu viel her, und so fällt es mir erstmal nicht ganz so leicht, mich zu orientieren. Gottseidank ist die Stadt mit ihren 55.000 Einwohnern (und geschätzten 10.000 Zahnarztpraxen) leicht überschaubar.
Mittlerweile habe ich ja sogar einen WiFi Spot gefunden – am Bahnhof. Ja, während ich diesen Beitrag poste, sitze ich auf einer Wartebank in Soprons Ankunftshalle.
Das Zimmer, das ich im September bewohnen werde, gefällt mir fast besser als meine Kleinwohnung in Graz. Es ist relativ zentral gelegen, vor meiner Haustür habe ich so eine Art kleinen Park und ich genieße den unglaublichen Luxus von Fernseher und Waschmaschine. 
Meine erhobene Schlafstätte

Küche

Das Winzibad
Zu meiner Arbeitsstelle brauche ich zu Fuß keine zehn Minuten. Apropos Arbeitsstelle. Dort werde ich morgen zwischen neun und zehn erwartet, und bin wirklich schon gespannt, was auf mich zukommt.
Naja, und hier noch ein Fall von unüberlegter Schnellschussidee. An diesem Kaktus konnte ich gestern einfach nicht vorbei gehen.
Meine beiden Mitbewohner
Und ich habe immerhin noch vier Wochen Zeit, mir zu überlegen, wie ich ihn sicher nach Österreich transportiere. Die Tigerente ist nicht aus Ungarn, sondern ein Nichtgeburtstagsgeschenk vom G. und meine Reisebegleiterin.
Verfasst von: regenbogenkaktus | 30. August 2011

Urlaubscomic

Der G. hat sich die Mühe gemacht und meine Art Reisetagebuch fast jeden Abend mit einem kleinen Bildchen verschönert. Er hat mich damit jedesmal zum Lachen gebracht, und ich hab immer schon ganz gespannt darauf gewartet, was er wohl diesmal wieder zeichnet. Diese kleinen Kunstwerke will ich euch natürlich auch nicht vorenthalten.

Abgefahren – hurra!
Die ersten Palmen und Pool in Frankreich
Port de la Selva
In Olot
Nein, er hat mich nicht wirklich getragen. Aber den Rucksack!
Kooperativer Kellner in Girona
Alternative Wege einschlagen
Krank – nur kurz zum Glück!
G – der Wellenbrecher
ohne Worte
Nudeldinner und Sangria aus der Packung am Campingplatz

« Newer Posts - Older Posts »

Kategorien