Verfasst von: regenbogenkaktus | 14. September 2011

So far…..

Über eine Woche bin ich nun schon hier in Ungarn, höchste Zeit für einen Zwischenbericht.
Ich arbeite hier in einem Büro mit insgesamt fünf anderen Mädls, die alle total nett zu mir sind, und sich in jeder Hinsicht bemühen, mir die ungarische Sprache näher zu bringen, was wahrscheinlich gar nicht so einfach ist. Allerdings habe ich manchmal das Gefühl, sie trauen sich nicht so recht, mich mit irgendwelchen niederen Aufgaben zu betrauen, naja, und für die höheren bin ich mangels ausreichender Sprachkenntnis nun wirklich nicht geschaffen. Darum ist das Wort „arbeiten“ vielleicht auch etwas hoch gegriffen. Ich gehe jeden Tag hin, unterhalte mich ein bisschen mit meinen Kolleginnen, lerne Vokabeln und wiederhole Grammatik und werde ab und zu gebeten, irgendeine Kleinigkeit zu erledigen, aber nur, falls ich kein Problem damit habe, und nur, falls ich im Moment wirklich nichts besseres zu tun habe (was selten der Fall ist).
Möglicherweise bin ich die einzige Praktikantin der Welt, die nicht nur nicht Kaffee kochen muss, sondern ihn auch noch serviert bekommt. 😉 
Mein Ungarisch lässt nach wie vor zu wünschen übrig. Es ist mir ein Rätsel, wie ich mittlerweile schriftlich so ziemlich alles erfassen kann, was ich lese, bzw. alles schreiben kann, was ich gern mitteilen möchte, aber immer noch starr vor Schreck wie das Kaninchen vor der Schlange sitze, wenn mich irgendjemand anspricht und dann vielleicht auch noch eine spontane Antwort von mir erwartet. Das mit der Spontanität ist nämlich auch so eine Sache. Im Kopf kann ich bereits perfekte, ausgeklügelte Sätze formulieren, die mich hin und wieder selbst überraschen, aber kaum mach ich den Mund auf, stolpert meine Zunge über sämtliche „tsch“ und „sch“ Laute (von denen es in der ungarischen Sprache ja genügend gibt) und ich gebe nur mehr unverständlichen Kauderwelsch von mir. Umgekehrt genauso. Letztens habe ich mir ein Buch gekauft und wurde von der Verkäuferin an der Kasse irgendetwas gefragt. Nur keine Blöße zeigen, und sicherheitshalber einfach mal mit „nem“, also „nein“ antworten, da hab ich immerhin noch eine 50/50 Chance, dass ich nicht ganz daneben liege. Während sie mein Buch eingepackt hat und das Wechselgeld herausgezählt hat, bin ich im Kopf noch mal den ganzen Satz Wort für Wort durchgegangen und drauf gekommen: Sie wollte bloß wissen, ob ich eine Stammkundenkarte habe. Hab ich nicht, also diesmal Glück gehabt und sogar richtig geantwortet. So ist das nämlich. Ich verstehe, und ich verstehe sogar schon ziemlich viel. Ich verstehe nur viel langsamer. Und nachdem ich ja selbst keine Geduld mit mir habe, erwarte ich sie auch nicht von anderen. Seufz.
Achja, und letztens hätte ich einem Kellner fast 5000 Forint (also ca. 18€) Trinkgeld gegeben, weil ich die Zahlen hundert und tausend verwechselt hab. Gott sei Dank hat er mich hartnäckig drauf hingewiesen, dass das jetzt aber gar keine so gute Idee sei.
Dennoch merke ich, dass ich jeden Tag (wenn auch nur ein kleines bisschen) besser werde. Letzte Woche habe ich mir sogar Nerd-Fachvokabular angeeignet, in dem ich Star Wars – Episode III in der ungarischen Synchronfassung angesehen hab. War das vielleicht ein Spaß! Ich kenn jetzt die richtigen Ausdrücke für „die dunkle Seite“ und „der Auserwählte“, und  mir ist aufgefallen, dass Yoda mester (also Master Yoda) im ungarischen, anders als im deutschen oder englischen keine verdrehten Sätze von sich gibt. Und falls doch, dann hab ich es einfach nicht bemerkt. (Sollte meine Lehrerin, die ein ganzes Semester lang versucht hat, mir die korrekte ungarische Wortstellung näher zu bringen, zufällig diese Zeilen lesen: Grämen Sie sich nicht, es ist noch nicht alle Hoffnung verloren!)
Fortsetzung folgt…..demnächst!
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