Verfasst von: regenbogenkaktus | 24. Juli 2011

Paris -Tag 2, 22.02.2011

Heute geht es los – Paris, ich komme!
Während Greti sich für die Uni fertig macht, rüste ich mich für einen typischenTouristentag aus, und borge mir dazu auch Gretis Reiseführer von Rick Steves. Bei uns (oder zumindest mir) komplett unbekannt, scheint dieser Mann in Amerika eine Ikone betreffend Reiseführer zu sein, und das zu Recht.
Mein erster Stop ist Notre Dame, direkt an der Seine gelegen und ganz in der Nähe unserer Unterkunft.

Notre Dame de Paris

Ich hab´s ja eigentlich nicht so mit Kirchen, muss aber gestehen, dass ich tatsächlich beeindruckt bin. Vor allem die bunten Glasfenster haben es mir angetan, und ich kann mich kaum sattsehen daran.

Für ungefähr 15 Minuten stehe ich auch reiseführerlesend in der Schlange, um den Turm zu erklimmen, von dem man angeblich einen tollen Ausblick auf die Umgebung erhält.
Nachdem ich aber feststelle, dass ich mich in dieser Zeit kaum zwei Meter vorwärts bewegt habe, und nicht unbedingt schon nach meiner ersten Sehenswürdigkeit schlangestehend erfrieren will, beschließe ich weiterzuziehen, und andere Türme zu erklimmen. Gibt in Paris ja so einige davon.

ich möcht nicht wissen, wie lang die Schlange im Sommer ist…

Ich verbringe erstmal erstaunlich viel Zeit unter der Erde oder hinter meinem Metroplan, bei dem Versuch das Pariser U-Bahnnetz zu durchschauen. Ich möchte an dieser Stelle nicht behaupten, dass mir das tatsächlich innerhalb dieser kurzen Zeit gelungen ist, aber ich habe es immerhin geschafft, überall dort anzukommen, wo ich ankommen wollte, und das ohne allzu große Umwege.
Nächster Halt: Moulin Rouge

Moulin Rouge – die rote Windmühle

Mitten am Tag eher unspektakulär, also einfach schnell ein Foto für´s Album machen, und die kleine Seitengasse vorm Moulin Rouge hochwandern, um das „Café des deux moulins“ zu finden, welches in dem Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ vorkommt.

Café des deux moulins

Und entdecke etwas das mich, des Französischen nicht wirklich mächtig, zum Lachen bringt:

Die spinnen, die Franzosen….

Nach den obligatorischen Fotos setze ich mich locker lässig an einen kleinen Tisch vorm Café, nippe an meinem Espresso und rauche eine Zigarette. Einzig mein Reiseführer und mein Fotoapparat entlarven mich jetzt noch als Touristin. Und die Tatsache, dass ich eigentlich NIE Espresso trinke, aber darüber kann man mal großzügig hinwegsehen, denke ich.

Ich beschliesse, das sonnige Wetter auszunützen und spaziere zu Fuß die drei Haltestellen bis zum Sacre Coeur. Hier reiht sich Sex Shop an Nachtclub an Sex Shop. Ich bin ganz froh bei Tageslicht unterwegs zu sein, wenn auch diese Gegend wahrscheinlich erst nachts so richtig zum Leben erwacht.
Kurz vor meinem Aufstieg zum Sacre Coeur lasse ich mich trotz vorheriger Warnung von einem Straßenverkäufer aufhalten, der mir in Windeseile ein Armband ums Handgelenk knüpft und dafür einen „Freundschaftspreis“ verlangt, für den ich wahrscheinlich ein kleines Mittagessen bekommen hätte.

Sacre Couer

Einige Stufen führen hinauf zu der weißen Kirche und wer hier nicht schnurstracks geradeaus rennt, kann auf den etwas verschlungeneren Wegen ein kurzes Stück fast alleine spazieren (zumindest im Februar).
Wenn man dann oben ankommt, ein Harfenspieler „O sole mio“ anstimmt und man von irgendwelchen Typen (möglicherweise ein weiterer Verkäufer, aber das ist in diesem Moment egal) mit „Bonjour“ begrüßt wird, und wie selbstverständlich mit „Bonjour“ zurück grüßt, dann hat das schon ganz kurz ein bisschen was von Hollywoodkitsch.
Vom Sacre Coeur aus erhasche ich auch den ersten vernebelten Blick auf den Eiffelturm (ja, ich gebe es ja zu, dass ich die ganze Zeit schon danach Ausschau gehalten habe) und bin aufs Neue beeindruckt. Ja, ich wusste, dass er groß ist, aber so groß?

Eiffelturm aus der Ferne

Ich spaziere ein bisschen durch die kleinen Gassen, genieße die Aussicht, lausche wie viele andere dem Sänger, der auf den Treppen seine Musik zum besten gibt und die Leute zum Mitsingen animiert, und sehe nebenbei den vielen Straßenkünstlern zu, die hier ihr Können zur Schau stellen.

Sommerfeeling im Februar

Ein herrlicher Tag und trotzdem: irgendwie habe das Gefühl, das noch etwas fehlt, noch habe ich mich nicht in Paris verliebt.
Ich esse ganz typisch französisch zu Mittag. Ein Baguette für unterwegs und danach eine Crepe au chocolat, wiederum mit Unmengen von Nutella. Herrlich.
Um drei soll ich mich mit Greti und Nina beim Eiffelturm treffen, also mache ich mich auf den Weg dorthin, steige aber auf Empfehlung von Katrin, die mich vor meiner Abreise mit Insider-Tipps versorgt hat (und vor den Abzockern beim Sacre Coeur gewarnt hat, wenn auch vergeblich), schon zwei Stationen früher, nämlich bei Trocadero, aus. Von hier aus hat man einen tollen Ausblick, und es ist möglicherweise auch die einzige Möglichkeit, den ganzen Turm auf ein Foto zu bekommen, wenn man schon mal so nah ist. Dafür leg ich allerdings meine Hand nicht ins Feuer.

Da es nicht mehr weit ist, und ich noch Zeit habe, spare ich mir die letzten zwei Stationen und gehe zu Fuß zum Wahrzeichen von Paris, wo ich nur kurz auf meine Mädels warte.
Wir entscheiden uns, den Turm zu Fuß zu erklimmen. Das ist nicht nur wesentlich günstiger, man hat auch länger etwas davon. Bis zur zweiten Etage führen die 669 Stufen und sehr viel höher muss ich dann für meinen Geschmack auch schon nicht mehr. Die Aussicht ist gewaltig und Rick Steves erklärt uns, was wir von welchem Eck aus sehen können. Oben angekommen werden erst mal die obligatorischen Fotos geschossen und wir wärmen uns mit Cappuccino und Waffeln mit… ja, richtig… Nutella wieder auf.

Die erste Etage ist geschafft!

Gewaltige Aussicht

Während andere unten noch Schlange stehen…..

….winken wir schon von oben herunter

Man sollte meinen, für einen Tag genügt dieses vollgestopfte Programm, aber meine Zeit in Paris ist begrenzt und so machen wir uns noch auf den Weg zum Arc de Triomphe.

Dort in der Nähe essen wir erstmal zu Abend und stärken uns für weiteres Treppensteigen, denn der Triumphbogen ist nicht nur von unten spektakulär, sondern auch von oben. Bevor wir ihn besteigen, verbringen wir aber noch sicher 20 Minuten damit, das perfekte „Jump“ –Foto von uns zu schießen.

1,2,3 – JUMP!

Mittlerweile ist es halb neun Uhr abends, und als wir am Triumphbogen ankommen und  oben ins Freie treten ist es bereits lange dunkel. Von  hier oben sieht man auf den 6 –spurigen (!!) Kreisverkehr hinab, auf die Champs-Elysee, das Riesenrad, und auf den beleuchteten Eiffelturm, der die ersten 10 Minuten zu jeder vollen Stunde zu glitzern beginnt, und ich gestehe, das ist der Moment, in dem mich Paris vollkommen hat, und ich endlich verstehe, warum beinahe jeder Besucher so sehr von dieser Stadt schwärmt.

Champs-Elysee bei Nacht

leider verschwommen

Am Vortag und am Morgen haben wir uns noch vorgenommen, es diesen Abend mal so richtig krachen zu lassen, aber wie sich herausstellt, hat keiner mehr so wirklich Lust dazu, also kehren wir müde aber glücklich ins Studentenheim zurück und lassen den Abend im Zimmer ausklingen.

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